Nach Urlaub glücklich in die Kita: Drei praktische Tipps

Herrlich warme Sommertage mit der ganzen Familie neigen sich dem Ende. Der Alltag zwischen Kita, Job, Terminen und Familienleben nähert sich. Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie Ihr (Klein-)Kind einen sonnigen Start genießen kann.

Triste Welt der Erwachsenen

Am Fenster der Kita “Urlaubsreif” winken keine Kinder, sondern erklingen wütende Schreie. Krokodilstränen rollen die rosigen Bäckchen hinunter. Ein Vater im verlässt die Einrichtung genervt und meint zu seiner Frau: “Oh, jetzt macht sie so´n Theater. Wir haben doch gesagt, dass der Urlaub jetzt vorbei ist.”

Diese morgendlichen Szenen sind leider kein Einzelfall. Sie gehören vielmehr in die Kategorie “Normalität”. Wieso meinen Erwachsene, ein 2-jähriges Kind versteht die Worte “der Urlaub ist vorbei” in ihrer gesamten Bedeutung mit weitreichenden Folgen? Mal ganz ehrlich: Sind wie am ersten Arbeitstag super motiviert? Vielleicht ja, oder aber vielleicht nicht.

Die kleine Maus am Kita-Fenster war es jedenfalls nicht. Nun schließt sich die Frage an, was Eltern tun können, damit der Neustart zu einem sanften Vergnügen wird.

Urlaubszeit verabschieden

Raphael Reischuk  / pixelio.de
Raphael Reischuk / pixelio.de

Die Ankunft aus dem Urlaub darf ruhig ein bis drei Tage vor dem Start in den Alltag liegen. So kommen alle Familienmitglieder in Ruhe an. Jeder geht seinen Lieblingsbeschäftigungen nach. Eine Gute-Nacht-Geschichte stimmt auf die erste Nacht wieder zurück im eigenen Bettchen ein. Vielleicht ist es besser, noch nicht von der Tagesmutter oder Kita zu erzählen. Das Kind hat die Möglichkeit, erst einmal mit allen Sinnen anzukommen.

Am letzten Abend oder Nachmittag vor dem Start in den Alltag gibt es etwas Leckeres. Vielleicht die Lieblingsnudeln oder sogar ein kleines Eis zu Urlaubsausklang. Ein kleiner Spaziergang rundet die Mini-Party ab. Als Höhepunkt zaubert Mama oder Papa Seifenblasen aus der Tasche. Diese steigen in Richtung Himmel. Gemeinsam verabschiedet die ganze Familie den Urlaub: Er fliegt davon, wie die Seifenblasen.

Gemeinsam vorbereiten

Oft sind unzählige Kleinigkeiten zu erledigen. Die Bett- und Wechselwäsche für die Kita werden gepackt. Für die kindliche Vorstellung ist es praktisch, wenn der Nachwuchs bei diesen Aufgaben aktiv mitwirken kann.

  • Möchtest du lieber den gelben oder den blauen Bettbezug?
  • Welches Kuscheltier begleitet dich morgen in die Kita?
  • Möchtest du die gestreifte oder grüne Hose anziehen?
  • und und und…

Eltern stehen bei diesen Aufgaben vor der Herausforderung, sämtliche Vorbereitungen in einer angenehmen, liebevollen Atmosphäre zu veranstalten. Auf diese Weise erinnert sich das Kind beim Mittagsschlaf in der Kita daran: “Das Kissen habe ich mit Mama allein ausgesucht…”  Gerade bei Kindern unter drei Jahren kann es zudem hilfreich sein, ein Urlaubsfoto mitzugeben.

Sanft begleiten

jutta rotter  / pixelio.de
jutta rotter / pixelio.de

Im Idealfall sollte der erste Tag bei der Tagesmutter oder in der Kita nicht sehr lang sein. Wenn es sich irgendwie einrichten lässt, darf ruhig in Besuch auf dem Lieblingsspielplatz oder ähnlichem folgen. Eltern sind gut beraten, keinen Einkaufsbummel oder Arztbesuch mit den lieben Kleinen zu veranstalten. Kommen Sie gemeinsam mit ihrem Sprössling an. Gemeinsam puzzeln, Malen oder Bücher anschauen vor oder nach dem Abendbrot unterstützt bei der Verarbeitung. Die Kinder bekommen zudem die Möglichkeit, auf ihre persönliche Art und Weise vom Tag und von Urlaubserlebnissen zu berichten. Selbst Einjährigen tut eine intensive Beschäftigung mit den Eltern nach dem ersten “Arbeitstag” sehr gut. Ein gemeinsames Entspannungsbad mit viiiiieeeel Schaum ist für Kinder als auch Erwachsene wie Balsam für die Seele.

Diese Anpassungsphase ist bei jedem Kind anders. Eltern fühlen sich nach der ersten Arbeitswoche quasi wieder urlaubsreif. Keine Angst, das liegt in der Natur der Dinge. Gegenüber unseren Sprösslingen haben wir allerdings den Vorteil, dass wir auf rationale Art diese Situationen meistern. Unsere Kinder verarbeiten solche Umstellungen bis ins Grundschulalter sehr emotional. Es liegt nun an uns “Großen”, in die fantastische Gefühlswelt der Menschenkinder einzutauchen.

Noreen Naranjos

freie Pädagogin &

Autorin von “Das sinkende Hebammenschiff

Die Autorin dieses Beitrages kommt im August 2015 nach Neustadt in Sachsen:

  • „Das sinkende Hebammenschiff * Schmerzhafte Nachwehen“ Lesung und Gespräch in gemütlicher Runde, Eintritt frei Info HIER
  • Tanz Workshop mit Flamenco-Rumba, Info HIER

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